Announcement: Doppelhaus in Grafing bei München

Mittwoch, 11. März 2009 18:21 von

Mein Haus spiegelt mein Verständnis von moderner Architektur wider. Wenn sie sich also für meine Arbeit interessieren, besuchen Sie mich und lassen sich vor Ort informieren. Ich freue mich auf Ihren Besuch.

Der Gebäudetyp des Doppelhauses in der Vazaninistraße 11 und 13 ist ein klassisches Doppelhaus. Eine Haushälfte wird von meiner Familie bewohnt. Auch mein Architekturbüro ist in diesem Haus untergebracht.

Detailbeschreibung des Baukonzepts (pdf)Fakten und Zahlen zum Bauwerk (pdf)

Ost-West-Ausrichtung

Bei meiner Architektur spielt die Ost-West-Ausrichtung eine wesentliche Rolle.
Entgegen der allgemeinen Meinung bringt die Ost-West-Ausrichtung deutlich mehr verwertbare Einstrahlung. Dies hängt mit den Tageszeiten und den unterschiedlichen Intensitäten zusammen.
  • Gerade in den Übergangszeiten ist frühmorgens die Ostsonne willkommen und bringt Wärme am Beginn des (noch kühlen) Tages.
  • Mittags, wenn es ohnehin heiß ist, wird die dann zu intensive Strahlung im Süden meist durch Rolläden ausgeblendet, wird also – weil zu viel – nicht genutzt.
  • Abends, bei wieder kühleren Temperaturen, wird die Westseite angenehm und moderat besonnt.

Die – durch die großzügigen Verglasungen der Ost- und Westseiten – lichtdurchfluteten Räume entsprechen einer zeitgemäßen, geradlinigen Architektursprache.

Entwurfsabsicht war von Beginn an, gut nutzbare Raumzuschnitte insbesondere in den Individualräumen zu erhalten. Daher wurden die Zimmer den Fassaden zugeordnet, die Sanitärräume und die Treppe liegen innen, sind aber über den Firstversatz trotzdem natürlich belichtet und belüftet.

Konstruktion

Die tragende Struktur ist Stahlbeton, der mit einer mineralischen Wärmedämmung eingepackt ist. Das Gebäude hat einen „Energiepass“.  Selbst moderner Ziegel kann dies nicht mehr leisten, denn Ziegel sind nach der Energieeinsparverordnung (EnEv) ein schlechter Kompromiss aus Dämmung und Tragfähigkeit. Ziegel, die heute noch zulässig sind, haben einen so hohen Perlite- oder Styroporanteil, dass sie mäßig gut dämmen, wenig tragen, nichts mehr speichern und schon gar nicht mehr „atmen“.

Zudem bringt die tragende Stahlbetonstruktur mit sich, dass alle Innenwände (außer Treppenhaus) nichttragend sind. Die Grundrisse sind also mit überschaubarem Aufwand veränderbar, wenn sich die Erfordernisse des Hausherrn ändern.

Nachdem der Heiz-Estrich eingebracht war, konnten die Innenausbaugewerke die Arbeiten nahezu in einem Zuge fertigstellen. Auf diese Weise konnte das Gebäude für nur netto 843 € je m2 BGF erstellt werden.

Energiekonzept

Grundlage des Energiekonzeptes ist die Erzeugung moderater Oberflächentemperaturen, Stichwort „empfundene Temperatur„. So sind beispielsweise die Böden mit einer Fußbodenheizung ausgestattet, die nicht heizt, sondern mit 22°C Vorlauftemperatur die Böden nur erwärmt.

Solarenergie wird mit einem fassadenintegrierten Vakuum-Hochleistungs-Röhrenkollektor gewonnen.
Die Ausnutzung der Solarenergie ist so gut, dass mit eine Kollektorfläche von nur 8 qm selbst im Winter bei Sonneneinstrahlung und Außentemperaturen weit unter 0°C der Gasverbrauch für die insgesamt 10 Bewohner gegenüber trübem Wetter halbiert wird.

Während bei konventionellen Solaranlagen den höchsten Sonnenintensitäten oft der geringste Verbrauch gegenübersteht, können hier die unterschiedlichen Temperaturniveaus dank eines ausgeklügelten Systems und einer speziell entwickelten Steuerungseinheit zur Lenkung der gewonnenen Energie optimal genutzt werden.

Sind bei intensiver Sonneneinstrahlung die Brauchwasserspeicher der beiden Häuser bereits voll, wird die überschüssige Energie für die thermische Bauteilaktivierung verwendet. Ist bei schwacher Sonneneinstrahlung das niedrige Temperaturniveau für die Brauchwassererwärmung zu gering, kann diese niedrige Temperatur immer noch für die Bauteilaktivierung verwendet werden.

Im Sommer kommt als zusätzlicher Effekt hinzu, dass die Kellerräume über solare Energie soweit erwärmt werden, dass kein Kondensat ausfällt und das gefürchtete Kellermuffeln ausbleibt.

Detailbeschreibung des Baukonzepts (pdf)Fakten und Zahlen zum Bauwerk (pdf)